⇐  Vita
⇐  Vita
Zum Wegweiser Bilder
Vor der Geschichte
Das Gewand
Joseph im Brunnen
Joseph bei Potiphar
Joseph im Kerker
Joseph vor Pharao

JOSEPH - ZYKLUS
1994 -1995

Die Erhöhung
Die Brüder vor Joseph I
Die Brüder vor Joseph II
Das Wiedersehen
Der Segen
Joseph's Tod

   "Zu Beginn des Jahres 1994 wuchs der Wunsch einen neuen Bilder-Zyklus zu schaffen. Damals gab es sowohl Entwürfe zu Richard Wagner's Ring , als auch zahlreiche Studien zur alttestamentarischen Josephs-Geschichte. Da ich die Thematik des Joseph recht gut zu überschauen glaubte, zog ich diesen vor.

   Der Umfang des Zyklus war recht schnell beschlossen. Der Anzahl der Brüder entsprechend sollten 12 Bilder entstehen. Ein grobes - die Geschichte durcheilendes Titelraster wurde entworfen und die Arbeit an den Bildern konnte beginnen. Die chronologische Reihenfoge nicht achtend,begann ich mit dem Joseph im Brunnen. Die Arbeit ging zunächst recht leicht von der Hand und ich erhielt den Eindruck, dass dieser Reigen recht schnell seinen Schluß finden könnte. Dass ich zuguterletzt dann doch ein gutes Jahr in die Bilder investierte, lag an den vielen Wendungen, die die einzelnen Bildthemen bei der Arbeit dann nahmen.

   Über die Inhalte zu reden ist müßig - die Geschichte bekannt. Die für mich bedeutenste Umsetzung stammt von Thomas Mann. (Joseph und seine Brüder) Seinen genealogischen Betrachtungen, seinem Aufspüren des Ursprungs,- des Urgrundes und dem Witz seines narzisstischen Protagonisten, konnte ich schwerlich im Bilde folgen. Darum hatte ich mich an den Bibeltexten orientiert, ohne dabei archäologische Feldarbeit zu leisten. - Vielmehr lies ich mich vom der Charakterentwicklung des Joseph leiten. Traumwandlerisch, orientiert am Höchsten findet er seinen Weg zur Selbstverwirklichung. Verwirklicht dabei auch, wie selbstverständlich, die Matrix des Göttlichen.- Die Geschichte selbst war mir ein in der Tiefe der Psyche angelegter Mythos und der war zu bebildern."

Text: Aus Anmerkungen zum Joseph-Zyklus
Christoph M. Frisch 1996

Vor der Geschichte
Das Gewand
Joseph im Brunnen
Joseph bei Potiphar
Joseph im Kerker
Joseph vor Pharao
Die Erhöhung
Die Brüder vor Joseph I
Die Brüder vor Joseph II
Das Wiedersehen
Der Segen
Joseph's Tod
Alle 12 Bilder sind in Eitempera -Technik auf Karton ausgeführt.
Format 50 x 70 cm.
Der Zyklus ist vollständig in einer Privatsammlung erhalten.
JOSEPH - ZYKLUS
Entwürfe Miniaturen
Bei den zwölf aquarellierten Tuschezeichnungen handelt es sich um Vorstudien zum Joseph-Zyklus.
Die Blätter befinden sich in meinem Besitz und können erworben werden.

Mit Arbeiten des saarländischen Malers Christoph M. Frisch setzt Pfarrer Gerhard Schäfer seine traditionelle Reihe von Kunstausstellungen in der Oberstdorfer Ev. Christuskirche fort. Im Mittelpunkt steht der Joseph-Zyklus - eine episodenhafte Darstellung verschiedener Lebenssituationen des alttestamentarischen Joseph in 12 Bildern. Frisch geht das Thema mit dem ihm eigenen Stil dynamischer Darstellung an. Der Mensch als Mittelpunkt seiner Bilder wird zum Teil in entindividualisierender Gesichtslosigkeit dargestellt, auf der Suche nach Orientierung hin zum Erhabenen und größeren Spiegelbild seiner selbst. Dieses Spiegelbild ist Joseph, der - wenngleich sich auf einer Stufe mit den anderen Menschen befindend- in der Darstellung zumeist im Zentrum steht und und ein Mehr aufweist; ein Mehr an Helligkeit, ein Mehr an Größe, ein Mehr an Dasein. Frisch bedient sich bei der Darstellung seiner Figuren kräftiger, meist dunkler Farben und bildet mittels feinster Schattierungen Spannungsfelder heraus, die dem Betrachter das Spektrum menschlicher Existenz in seiner unendlichen Weite vermitteln. Die schlanken, die Bilder auch räumlich beherrschenden Figuren versinnbildlichen dabei spürbar den sich entwickelnden Menschen, wobei auch darstellerisch die Orientierung am Vorbild des Joseph spürbar wird. So geht der Zyklus auch über ein bloßes Abbild der alttestamentarischen Joseph-Geschichte hinaus, Moses 39 - 50 bilden lediglich Anlass und Grundidee für den Zyklus. Frisch will denn auch sein Werk nicht als Interpretation des Alten Testaments oder gar als religiöse Kunst verstanden wissen. Er schöpft seine Ideen zwar aus der Literatur, möchte diese aber nicht nur illustrieren, sondern lässt sich bei der Schöpfung eines Werkes von der geistigen Idee leiten.

Für Frisch steht der innovative Prozess hin zum Abstrakten im Mittelpunkt, währenddessen er eine stete Vertiefung seiner Kenntnisse über Farben und Formen zu erfahren vermag. Der Künstler selbst wird so zum Subjekt eines ständigen Lernprozesses - ein Prinzip, das nicht zuletzt auch in der intensiven Darstellungsform des Zyklus seinen Ausdruck gefunden hat. Christoph M. Frisch wurde 1959 in Neunkirchen geboren. Er genoss Ausbildungen als Goldschmied sowie in Kirchenmalerei und den Techniken der Radierung und des Siebdruckes. Seit 1979 ist er freischaffender Künstler. Seine Werke wurden in einer Vielzahl von nationalen und internationalen Ausstellungen gewürdigt. Ein kleiner Ausschnitt dessen ist zusätzlich zum Joseph-Zyklus zu sehen.

Die Ausstellung im Seitenschiff der Ev. Christuskirche Oberstdorf ist vom 23. August bis zum 10. September 1998 geöffnet.


Presseveröffentlichung für die Ausstellung in Oberstdorf von Dieter Liermann

Hier finden sie den kompleten Text der Predigt von Pfarrer Klaus Pfaller zur Eröffnung der Ausstellung in Oberstdorf.       Lesen...
 "Sehen wir diesen Joseph-Zyklus mit einem Dank an den Maler Christoph M. Frisch, als die Geschichte einer großen Versöhnung. In der Gott ganz nah und bewegend ist. Und sehen wir in dieser Geschichte auch unsere Versöhnungswege. Wo wir aufbrechen, wo wir ankommen."

Auszug aus der Predigt von Pfarrer Klaus Pfaller zur Eröffnung der Ausstellung in der Christuskirche in Oberstdorf 1998