










Der Kontext zu meinen Helden dieser Zeit war auch gegeben. Nietzsche oder Baudelaire, da gab es viele Verflechtungen. Nietzsche der frühe Bewunderer Wagners, der sich später von dessen religiös- eklektizistischen Inhalten distanzierte, sich der Emotion seiner Musik aber nie so ganz entziehen konnte. Baudelaire, den Wagner in seiner Pariser Zeit kennen lernte und in seiner Biografie "Mein Leben" als "einem Menschen von sehr ungewöhnlichem Geist", mit "ungestümer Energie" charakterisierte. (Baudelaire hatte zwei Konzerten im Saale des Italiens besucht und eine tiefe Freude bei dieser Musik empfunden.)
Für mich war die Vorstellung der Oper als Gesamtkunstwerk, also eine Möglichkeit die Disziplinen der Kunst zusammen zu führen, ein sehr überzeugender Gedanke. Die Kraft der Musik, ihre Möglichkeit hinter dem Wort der Dichtung auch die Emotion sichtbar werden zu lassen, die Verknüpfung über das Bühnenbild und die Kostüme hin zur Bildenden Kunst, - alles das wurde dann über einige Jahre hinweg zum Motor einer Auseinandersetzung mit den Wagner-Opern - und dort vor allem mit dem "Ring des Nibelungen".
Ein richtiger Zyklus ist es nicht geworden. Die Bilder sind verstreut, verkauft in Privatbesitz. Die hier abgebildeten Arbeiten sind mir verbliebene Studien die ein wenig diese Zeit dokumentieren.
An dieser Stelle noch eine kleine Empfehlung: Das Werk Wagners ist mit vielen Urteilen und leider auch Vorurteilen belastet. Dem am Thema Interessierten empfehle ich das noch immer zu wenig bekannte "Wagner -Brevier" von G.Bernard Shaw. Der dunkle Ballast und das "tiefensüchtige Brimborium"(Zit.Thomas Mann) ist mit dieser Interpretation schnell aus den Gedanken gefegt und eröffnet erhellende Perspektiven.




Mischtechnik auf Karton 46 x 32 cm. 1992